Technisches Verständnis

Viele Arbeitgeber veranstalten Einstellungstests. Sie wollen damit die Eignung der in Frage kommenden Bewerber für eine ausgeschriebene Stelle möglichst objektiv feststellen. Regelmäßig ist dabei auch technisches Verständnis Gegenstand von Aufgaben. Besonders dann, wenn das künftige Arbeitsgebiet mit technischen Sachverhalten zu tun hat. Dabei geht es nicht unbedingt nur um die direkt technisch ausgerichteten Berufe. Das kann auch in kaufmännischen oder kommunikativen Bereichen relevant sein. Auch dort müssen sich Mitarbeiter technische Vorgänge vorstellen können und diese plausibel und nachvollziehbar Kunden oder Partnern erläutern.

Technisches Verständnis zu testen dient darüber hinaus der Erkundung von Persönlichkeitsstrukturen. So gilt es als erwiesen, dass Menschen, die über ein ausgeprägtes technisches Verständnis verfügen, auch ansonsten besonders erfolgreich hinsichtlich klar strukturierter, präziser oder messbarer Herausforderungen agieren. Dies wird der linken Gehirnhälfte zugeschrieben, während die rechte eher für die kreativen Aufgaben oder den Gesamtüberblick verantwortlich zeichnen soll.

Technisches Verständnis ist im weitesten Sinne die Fähigkeit, sich in mechanische, elektrische, hydraulische, pneumatische und ähnliche Wirkprinzipien von Konstruktionen, Maschinen, Geräten oder Anlagen gedanklich einzuarbeiten. Es geht darum, diese nachzuvollziehen und die zu Grunde liegenden technischen und physikalischen Gesetzmäßigkeiten in ihrer praktischen Wirkung zu verstehen.

Ist technisches Verständnis Gegenstand eines Einstellungstests, werden meist technische Sachverhalte auf Multiple-Choice-Fragebögen geschildert oder in Skizzen dargestellt. Dabei kann es um die mechanische Stabilität von Konstruktionen gehen, die hydraulischen Verhältnisse von verbundenen Gefäßen oder um elektronische Schaltkreise beispielsweise. Weit verbreitet sind für einfachere Tests Skizzen, in denen Drehrichtungen oder Drehgeschwindigkeiten von ineinandergreifenden Zahnrädern ermittelt werden müssen, Ventilstellungen für den Fluss von Flüssigkeiten zu bestimmen sind oder Druckverhältnisse abgefragt werden.

Kommen Sie selbst in die Situation, Ihr technisches Verständnis nachweisen zu müssen, nutzen Sie am besten die Frage: "Was passiert denn, wenn...?" als Hilfestellung. So können Sie die Vorgänge Stück für Stück in den möglichen Varianten gedanklich simulieren und damit die richtige Lösung ermitteln. Dabei sind Logik und eigene Erfahrungen oft die besten Ratgeber. Auch wenn die Sache auf den ersten Blick einfach erscheint, sollte die Aufgabenstellung mit Bedacht und genauestens gelesen werden. Technisches Verständnis zu ermitteln schließt gelegentlich auch einen Praxistest ein. So könnten beispielsweise angehende Teamassistenten im PR-Bereich aufgefordert werden, eine Präsentation technisch zu realisieren.