Intelligenzquotient ermitteln durch IQ Test

Der Intelligenzquotient ist eine Kenngröße, der wir im Allgemeinen große Bedeutung beimessen. Wenn wir erfahren, dass jemand über einen hohen IQ verfügt, gehen wir automatisch davon aus, dass dieser Mensch besonders intelligent, begabt und wissend ist. Andererseits unterstellen wir Menschen mit einem unterdurchschnittlichen IQ schnell Dummheit und mangelnde Fähigkeiten. Aber ist das eigentlich gerechtfertigt?

Wie bereits im Punkt 3 angesprochen kennt die Wissenschaft mittlerweile sehr unterschiedliche Formen von Intelligenz. Allgemeine IQ-Tests beschränken sich in der Regel aber nur auf die Prüfung ausgewählter Fähigkeiten. Demzufolge kann ein allgemeiner IQ-Test Intelligenz überhaupt nicht in ihrer Allgemeinheit erfassen – der daraus resultierende Intelligenzquotient ist daher nur bedingt aussagefähig. Festzuhalten gilt jedoch, dass der IQ Auskunft darüber gibt, wie es um unsere logisch-analytischen und mathematischen, ggfs. auch sprachlichen und räumlichen Fähigkeiten bestellt ist. Diese Fähigkeiten benötigen wir im Alltag sehr häufig - nicht zuletzt auch im Arbeitsalltag, wo wir logisch denken und agieren, analytisch vorgehen und kommunizieren müssen. Der Intelligenzquotient kann also zumindest etwas darüber aussagen, wie gut wir wahrscheinlich mit den Anforderungen des Alltags zurechtkommen werden.

Durchaus möglich ist es übrigens, dass Intelligenzformen gesondert oder mit einem bestimmten Schwerpunkt getestet werden. üblich ist das beispielsweise bei Einstellungstests für bestimmte Berufe, die z.B. exzellente analytische Fähigkeiten erfordern. Der in einem solchen Test ermittelte IQ kann durchaus vom Intelligenzquotienten, der in allgemeinen IQ-Tests ermittelt wird, abweichen.

Die IQ-Skala

Geht es um das Thema Intelligenz, neigen viele Menschen dazu, ihren IQ-Wert mit dem anderer zu vergleichen. Die Hoffnung dahinter: Der Vergleich soll erbringen, dass man im besten Fall intelligenter, in keinem Fall aber weniger intelligent als seine Mitmenschen ist. Aus diesem Grund erfreuen sich auch IQ-Skalen einer ungebrochenen Beliebtheit: Sie zeigen an, wie einzelne IQ-Werte einzuordnen sind. Das Problem ist nur: DIE IQ-Skala gibt es in dem Sinne gar nicht.

Nicht einmal die Messung des Intelligenzquotienten ist einheitlich geregelt – die Darstellung und Einordnung der Ergebnisse umso weniger, eine Normskala gibt es nicht. Durchaus verbreitet ist es allerdings, von einer Normalverteilung der IQ-Werte in einer hinreichend großen Gruppe auszugehen. Legt man den Mittelwert beim IQ-Wert 100 fest, ergibt sich auf diese Weise eine recht häufig genutzte und zitierte IQ-Skala.

Von einer Normalbegabung geht man dabei aus, wenn der IQ-Wert zwischen 91 und 109 liegt. Bis zu einem Wert von 79 spricht man von einer niedrigen bzw. schwachen Intelligenz, bis zu einem Wert von 63 von einer sehr niedrigen Intelligenz. Von einer extrem niedrigen Intelligenz spricht man bei IQ-Werten unter 62 - das ist auch die Schwelle, die Mörder in den USA unterschreiten müssen, um dem Todesurteil entgehen zu können. Rund die Hälfte der Menschen bei einer solchen Normalverteilung ist jedoch durchschnittlich intelligent. Eine hohe Intelligenz besitzt, wessen IQ-Wert zwischen 110 und 117 liegt, von sehr hoher Intelligenz spricht man bei einem IQ-Wert von 118 bis 126. Ab einem Intelligenzquotienten von 127 gelten Menschen als extrem intelligent, die Genieschwelle wird bei einem Wert von 130 überschritten.

Ermittlung des IQ

Auf den ersten Blick gestaltet sich die Ermittlung des Intelligenzquotienten denkbar einfach: Man absolviert einen IQ-Test und erhält danach einen Wert, der etwas über die Intelligenz des Absolventen aussagen soll. Ganz so einfach ist die wissenschaftlich korrekte Ermittlung des Intelligenzquotienten jedoch nicht: Die Ermittlung ist international nicht eindeutig, ja nicht einmal im selben Land kommen immer dieselben Ermittlungsmethoden zum Einsatz. Wer also etwas über seine Intelligenz erfahren möchte, muss darauf achten, mit welcher Methode sie gemessen wird.

Wenig sinnvoll ist beispielsweise ein Intelligenztest, wie er oftmals kostenlos im Internet oder in Zeitschriften zu finden ist. In der Regel handelt es sich dabei maximal um Auszüge eines wissenschaftlichen Tests, oftmals aber auch einfach um ganz normale Denksportaufgaben, die rein gar nichts über den tatsächlichen IQ aussagen. Verlässlichere Daten erhält man nur mit einem standardisierten IQ-Test - aber selbst hier finden sich je nach zugrunde liegender Theorie noch unterschiedliche Test-Varianten.

Wussten Sie eigentlich, dass der IQ das Ergebnis einer Division von Intelligenzalter durch Lebensalter ist? Das zumindest behauptete Wilhelm Stern, der den Begriff IQ zu Beginn des 20. Jahrhunderts prägte. Um das allgemeine intellektuelle Leistungsvermögen anzugeben, ließ er die Getesteten Aufgaben lösen, die sie entsprechend ihres Alters im Allgemeinen zu lösen imstande sein sollten. Schon hier zeigt sich die Willkürlichkeit, die vielen IQ-Tests noch heute anhaftet: Wer bestimmt, welche und wie viele Aufgaben ein 14- oder 18-jähriges Kind lösen können muss? Und wer überprüft die Anforderungen entsprechend des Lebensalters, die sich im Laufe der Zeit durchaus ändern können?

Übrigens: Die Ermittlung des IQ kann nicht nur mit unterschiedlichen Methoden unterschiedliche Ergebnisse hervorbringen – u.a. auch das allgemeine Wohlbefinden, die Tageszeit und das Alter haben Einfluss auf das Testergebnis. Kein Wunder: Je nach Tagesform und (geistiger) Fitness können wir uns mehr oder weniger gut auf die immer komplizierter werdenden Fragen konzentrieren. Zudem ist erwiesen, dass sich unser IQ-Wert im Laufe unseres Lebens verändert: Der IQ, der in der Kindheit ermittelt wird, liegt im Regelfall um einige Punkte höher als der IQ-Wert im Erwachsenenalter.